| Zweiter Wohnungsbrand innerhalb von 24 Stunden – 11 Verletzte |
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19.01.2010 – Zum zweiten Mal
innerhalb von 24 Stunden hatte die Feuerwehr Bad Nauheim einen
ausgedehnten Wohnungsbrand zu bekämpfen. Im Haagweg brannte am späten
Montagabend eine Souterrainwohnung. Durch Brandrauch sind alle acht
Wohneinheiten vorläufig nicht mehr benutzbar. Elf Personen erlitten
Rauchgasvergiftungen und mussten zur Beobachtung stationär in Kliniken
eingeliefert werden. Nach ersten Schätzungen entstand Sachschaden in
Höhe von etwa 300.000 Euro. Nach Erkenntnissen der Polizei ist ein
Weihnachtsbaum die Ursache für den Brand.
Bad Nauheim – Durch
einen Weihnachtsbaum entstand in der Souterrainwohnung einer
32-jährigen Mutter im Haagweg ein Brand. Unter Mithilfe eines
70-jährigen Nachbarn rettete sie sich zusammen mit ihren vier Kindern
im Alter von 5 bis 13 Jahren über die Fenster ins Freie. Durch lautes
Rufen informierten sie die Nachbarn und alarmierten die Feuerwehr.
 Situation beim Eintreffen der Feuerwehr, Flammen schlagen aus der Wohnung. |
 Erster Löschangriff von außen.
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Um 23.13 Uhr alarmierte die Zentrale
Leitstelle Wetterau die Feuerwehr Bad Nauheim, Notarzt und
Rettungswagen – genau wie in der Nacht zuvor – wieder mit der Ergänzung
„Menschenleben in Gefahr“. Die Brandwohnung gehört zu einem Komplex mit
mehreren aneinanderhängenden Gebäuden, meist mit zwei Geschossen. Zu
dem vom Brand betroffenen Bereich gehören acht Wohneinheiten. Insgesamt
sind dort 14 Personen gemeldet.
Stadtbrandinspektor Ronald Neumann, der
wie am Vortag die Einsatzleitung hatte, ließ noch auf der Anfahrt die
Stadtteilwehren Nieder-Mörlen und Steinfurth, die Drehleiter aus
Friedberg und weitere Rettungsmittel alarmieren. Den zuerst
eintreffenden Einsatzkräften bot sich folgende Lage: Große Flammen
schlugen aus einem Fenster der Souterrainwohnung, der Treppenraum war
komplett verqualmt und konnte als Fluchtweg nicht mehr genutzt werden.
Mehrere Personen hielten sich auf der Rückseite des Gebäudes auf den
Balkonen im erhöhten Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss auf.
Sofort bereiten zwei Trupps unter
Atemschutz die Brandbekämpfung von der Vorderseite vor, ein dritter
Atemschutztrupp durchsuchte die übrigen Wohnungen. Weitere
Feuerwehrleute eilten mit tragbaren Leitern über einen schmalen
Wirtschaftweg auf die Rückseite des Gebäudes. Die dort ausharrenden
Bewohner hatten teilweise nur ein Nachthemd oder Schlafanzug an und
waren überwiegend barfuß. Feuerwehrleute trugen ein Kind und seine
Mutter auf dem Arm bzw. huckepack in den sicheren Bereich und übergaben
sie in die Obhut des Rettungsdienstes. Eine 84-jährige Bewohnerin blieb
im 1. OG in einem sicheren Bereich ihrer Wohnung und wurde von
Feuerwehrleuten betreut.
Die Notdienste der Stadtwerke Bad
Nauheim unterbrachen die Energieversorgung. Kreisbrandinspektor Otfried
Hartmann und sein Stellvertreter Michael Kinnel waren ebenfalls wieder
zur Einsatzstelle geeilt. Bad Nauheims Bürgermeister Bernd Witzel und
Brandschutzdezernent Peter Baumann informierten sich vor Ort über die
Lage.
 Feuer aus ... |
 ... Nachlöscharbeiten dauern an. |
Der Brand war innerhalb kurzer Zeit
gelöscht. Mit einem Hochleistungslüfter wurden der Treppenraum und die
oberen Wohnungen intensiv belüftet. Daraufhin konnte auch die ältere
Dame mit einer Fluchthaube geschützt und von Feuerwehrleuten begleitet
ohne Probleme über die Treppe zu den Rettungskräften geleitet werden.
Elf Personen, darunter fünf Kinder, hatten durch den Brand
Rauchgasvergiftungen erlitten. Sie wurden zur Beobachtung in die
Unikliniken Frankfurt und Gießen und das Krankenhaus Frankfurt-Höchst
transportiert.
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 Wieder waren viele Einsatzkräfte nach Bad Nauheim gekommen. |
Weil alle acht Wohnungen intensiv
verraucht waren, ist das Haus zunächst nicht bewohnbar. Aufgrund guter
sozialer Kontakte kamen die unverletzt gebliebenen Bewohner noch in der
Nacht bis auf weiteres bei Angehörigen und Nachbarn unter.
An der Einsatzstelle waren die
Feuerwehren aus Bad Nauheim, Nieder-Mörlen, Steinfurth, Friedberg,
Echzell, Bad Vilbel und die Brandschutzaufsicht mit insgesamt 65
Feuerwehrleuten und 19 Fahrzeugen. Die verschiedenen
Rettungsdienstorganisationen waren mit 16 Fahrzeugen und 32 Notärzten
und Rettungsassistenten vor Ort, ebenso mehrere Streifen der Polizei.
Auf Anforderung der Polizei kam das
Technische Hilfswerk aus Friedberg zur Einsatzstelle. Ihre Aufgabe war
es die durchgebrannten Fenster und Türen zu verschließen und somit zu
sichern. Gegen 3.00 Uhr verließ das letzte Fahrzeug die Einsatzstelle.
Warum der Weihnachtsbaum in Brand geraten ist, werden die
Untersuchungen der Brandursachenermittler zeigen. Die Ermittlungen der
Polizei dauern an.
Polizei und Feuerwehr schätzen den
entstandenen Sachschaden auf etwa 300.000 Euro. Sicherlich auch durch
den Brand am Vortag in der Frankfurter Straße war das Aufgebot der
Medienvertreter sehr groß. Mehrere Radio- und Filmteam waren noch in
der Nacht zur Einsatzstelle gekommen. Auch am Dienstagvormittag machten
Filmteams noch Aufnahmen.
Nach letzten Informationen sind alle
verletzten Personen Wohl auf und sollen noch im Laufe des Tages die
Krankenhäuser verlassen können.
 Deutliche Rußablagerungen im Treppenraum und das vollständig ausgebrannte Wohnzimmer. |
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Text: Robert Winkler, Pressesprecher KFV Wetterau Bilder: Robert Winkler sowie Gregor Hasuk und John Smith, FF Bad Nauheim
Videos
20100119_mt_brand_nauheim.flv
http://www.hr-online.de
2010_01_19_maz_brand1901.flv
http://www.rtl-hessen.de/
Bilder des Einsatzes
Bilder: John Smith und Gregor Hasuk, Freiwillige Feuerwehr Bad Nauheim |